Betrug im Onlineshop – und wie Du das vermeiden kannst

Victoria

3 min Lesezeit

Gefälschte Produkte, keine Warenlieferung trotz Zahlung per Vorkasse oder Missbrauch der eigenen Daten. Hinter solchen Online-Shops verstecken sich oft Betrüger und wollen Ihre Einkäufer abzocken. Laut einer Umfrage von Bitkom hat bereits jeder fünfte User, so einen Betrug im Onlineshop, beim Onlineshopping erlebt.

Betrug im Onlineshop
Quelle: Unsplash

Betrug im Onlineshop ist keine Seltenheit

Unter 1.024 Online-Shoppern, ab 16 Jahren in Deutschland, geben 23 % an, dass sie schon einmal in krimineller Absicht betrogen wurden. 21 % behaupten, dass ihnen ein solches Betrugs-Missgeschick bislang erst selten passiert ist, lediglich 2 % waren Opfer häufiger Betrüge. Von weiteren 13 % wurden im Anschluss die Bankdaten missbraucht, davon wiederum jedoch nur 3 % Opfer häufiger Betrüge wurden. 

Enttäuschung bei Erhalt der Ware

Zu der am meisten negativen Erfahrung im Onlineshopping zählt allerdings eine verspätete Lieferung der Ware. Ganze 84 % der Befragten kennen dieses Problem. Weitere (72 %) werden nach dem Kauf mit unerwünschter Werbung überhäuft oder erhalten eine Ware, die nicht den Abbildungen im Netz entspricht. Fehlerhafte oder beschädigte Ware haben schon 73 % der Teilnehmer erhalten. Da spielt oft der unzureichende Kundenservice eine Rolle, jeder Zweite Käufer ärgert sich über diesen. „Guter Kundenservice ist auch beim Online-Shopping wichtig“, sagt Florian Lange, Bitkom-Referent für Handel und Logistik, „Händler sollten diesen Umstand nicht auf die leichte Schulter nehmen.“

Seriosität des Onlineshops erkennen

„Grundsätzlich gilt beim Online-Kauf wie im stationären Handel auch: Verbraucher sollten auf die Seriosität der Shops und Verkäufer achten“, rät Herr Lange. Vertrauenswürdige Shops sind unter anderem an Gütesiegeln wie Trusted Shops, TÜV oder EHI erkennbar. Hier ein Überblick über weitere wichtige Erkennungszeichen, die zur Aufdeckung eines Fake-Shops helfen. Der Betrug im Onlineshop sollte für Dich somit nicht zur Häufigkeit gehören!

  1. Auffällige Internetadressen

Wenn eine eigentlich bekannte Adresse Ungereimtheiten aufweist, kann dies ein Warnzeichen für einen Fake-Shop sein. Ein weiteres Indiz wäre, wenn der Inhalt der Seite nicht zur URL passt. Beispielsweise der URL handelt von Schmuck und angeboten werden Pflanzen.

  1. (Un-)sichere Zahlungsweise

In Fake-Shops werden dem Kunden oft mehrere Zahlungsweisen angeboten, doch im Checkout ist dann nur noch der Kauf per Vorkasse (durch Überweisung) möglich. Ohne kundenfreundliche Zahlungsmethoden, also erst Ware, dann Geld, sollte besser nicht bestellt werden.

  1. Auffallend günstiger Preis

Häufig locken Abzocker mit auffallend niedrigen Preisen. Nicht jeder besonders günstige Online-Shop ist dadurch ein Fake-Shop, aber einen skeptischen Blick ist diese Lockmethode wert. 

  1. Falsche Gütesiegel

Auf der Suche nach einem vertrauenswürdigen und rechtskonformen Onlineshop, sollte sich der Verbraucher auch an sogenannten Gütesiegel orientieren. Ob ein solches Gütesiegel rechtmäßig verwendet wird, erfährt der User durch einen Mausklick auf das Siegel, wird dieser Link auf die Internetseite des Gütesiegelbetreibers weitergeleitet, ist der Shop vertrauenswürdig. Falls dies nicht der Fall ist, oder der Link auf eine beliebige Website verweist, handelt es sich ziemlich sicher um eine Fälschung.

  1. Kundenbewertung

Nicht nur bei der Recherche Fake-Shops zu erkennen, macht es beim Online-Shopping generell wenig Sinn, sich nur auf die Kundenbewertungen innerhalb eines Shops zu verlassen. Sollten sich auf anderen Portalen die negativen Kommentare, vor allem wenn vermehrt auf betrügerische Machenschaften hingewiesen wird, häufen, ist dies ein weiteres Indiz für einen Fake-Shop.

  1. AGB

Bei Shops mit allgemeinen Geschäftsbedingungen, welche fehlen, kopiert oder in einem schlechten Deutsch sind, sollte lieber nichts bestellt werden. 

  1. Impressum

Ist das Impressum nicht vorhanden, handelt es sich oftmals um einen Fake-Shop, doch so vergesslich sind Betrüger schon lange nicht mehr. Ein glaubhaftes Impressum muss unter anderem eine Adresse, einen Vertretungsberechtigten und eine E-Mail-Adresse enthalten. Außerdem ist ein Handelsregisterverweis mit entsprechender Nummer Pflicht. Dieser kann, falls weiterhin Zweifel besteht, genauer auf seine Richtigkeit überprüft werden.

Hilfe für Opfer von Fake-Shops

Falls Sie jedoch schon Opfer eines solchen Betrugs im Onlineshop geworden sind, ist noch nicht alles zu spät. Sie sollten, bei bereits erfolgter Geldüberweisung, umgehend Ihre Bank auffordern, die Zahlung rückgängig zu machen. Oder bei anderen Zahlungsarten an diese wenden. Des Weiteren müssen alle Belege für die Online-Bestellung gesammelt und gesichert werden (Kaufvertrag, Bestellbestätigung, E-Mails und ein Screenshot des Angebots). Danach bringen Sie die ausdruckten Unterlagen zur Verbraucherzentrale und lassen Strafanzeige bei der Polizei stellen. 

Lieber doppelt und dreifach checken, als ein Opfer von Online-Betrug zu werden

Damit Sie nicht selbst Opfer eines Betrugs im Onlineshop werden, ist es wichtig jede nur so kleine rote Flagge zu beachten und auf speziellen Internet Seiten, wie Watchlist Internet (AT) oder Verbraucherschutz (DE), den Link des Shops gegenzuchecken. Oft wurde diese Seite schon gemeldet und Experten sind daran, diesen aufzulösen.

Hier finden Sie eine Übersicht an diversen Fake-Shops:
https://www.watchlist-internet.at/liste-online-shops/
https://www.verbraucherschutz.com/warnungsticker/warnung-vor-onlineshops-hier-duerfen-sie-nicht-einkaufen/

Quellen:
https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Schon-jeder-Fuenfte-hat-Betrug-beim-Online-Shopping-erlebt
https://www.e-commerce-magazin.de/online-betrug-jeder-fuenfte-schon-einmal-beim-onlineshopping-betroffen/
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/onlinehandel/abzocke-online-wie-erkenne-ich-fakeshops-im-internet-13166
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/onlinehandel/trusted-shops-tuev-co-welche-guetesiegel-bei-onlineshops-sind-serioes-6740